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Überwachung von Mitarbeitern: Wie weit Arbeitgeber gehen dürfen

Die Überwachung von Mitarbeitern ist ein schwieriges Thema. Bei Fragen des Datenschutzes stehen Interessenkonflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern recht häufig auf der Tagesordnung. Angesichts der rasanten Technologieentwicklung der letzten Jahre war der Handlungsbedarf in diesem Bereich also ziemlich hoch.

Bereits 2010 hat der Gesetzgeber neue Regelungen für den Datenschutz festgelegt. Die Überwachung von Mitarbeitern wurde dabei streng eingegrenzt. So dürfen Arbeitgeber beispielsweise unter keinen Umständen Toiletten, Umkleidekabinen und Schlafräume im Unternehmensgebäude mit Videoüberwachung kontrollieren.

Bei der Überwachung von Qualitätskontrolle und Eingängen zum Betriebsgelände sieht es dagegen anders aus. Hier haben die Arbeitgeber das Recht zur Videoüberwachung. Allerdings müssen sie ihre Mitarbeiter von diesen Maßnahmen unbedingt in Kenntnis setzen. Videoüberwachung ist jedoch nicht der einzige Bereich, den die Regierung neugeregelt hat.

So wurde die Überwachung von Mitarbeitern auch bei den Bewerbungen eingeschränkt. So dürfen Arbeitgeber lediglich Daten aus sozialen Netzwerken nutzen, die explizit der Arbeitssuche dienen. Informationen aus privaten sozialen Netzwerken wie Facebook sind für die Arbeitgeber dagegen tabu.

Angesichts der Tatsache, dass viele Daten frei im Internet abrufbar sind, können sich hier viele Schwierigkeiten ergeben. Deswegen tun Arbeitgeber gut daran, die im World Wide Web vorhandenen Informationen über die Bewerber mit Vorsicht zu genießen. Neue Auflagen bei der Überwachung von Mitarbeitern hat der Gesetzgeber auch für medizinische Untersuchungen beschlossen.

Nun dürfen Arbeitgeber ihre potenziellen Mitarbeiter nur dann einer solchen Untersuchung unterziehen, wenn der Gesundheitszustand als Arbeitsanforderung wesentlich und entscheidend ist. Zudem hat der Gesetzgeber beschlossen, dass Datensammlung nur anonym erfolgen darf. Lediglich dann, wenn ein begründeter Verdacht auf eine Straftat besteht, darf die Überwachung von Mitarbeitern in diesem Bereich personalisiert werden.

Quelle: finanzen.freenet.de

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