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Uni Greifswald: Kleiderordnung gegen Neonazis

Die bei Rechtsradikalen beliebte Modemarke Thor Steinar ist an der Universität Greifswald künftig unerwünscht. Das Rektorat hat die Hausordnung Anfang September in einem Punkt verschärft und betont in Paragraph 5, Absatz 4, dass die Uni Kennzeichen mit verfassungswidrigen, rassistischen, fremdenfeindlichen, gewaltverherrlichenden oder anderen menschenverachtenden Inhalten nicht mehr dulden wird.

Jacken und Shirts besagter Marke will man auf dem Campus nicht mehr sehen. Es ist ein absolut ungewöhnlicher Akt, dass eine Hochschule ihren Studenten und Mitarbeitern vorschreibt, welche Kleidung sie zu tragen haben. Es ist auch nicht so, dass in Greifswald Heerscharen freie Kameradschaften über den Campus marschieren oder auf jeder zweiten Jacke ein unappetitliches Logo der Marke Thor Steinar prangt. Es gibt nicht einmal ein sichtbares Extremismus-Problem. Vielmehr bezeichnet sich die Hochschule als weltoffen, demokratisch und pluralistisch. Auch gestand der Pressesprecher ein, persönlich noch nie einen Studenten mit Thor Steinar-Klamotten gesehen zu haben.

Was also soll die Aktion? Die neue Kleiderordnung hat mit einem umstrittenen Professor zu tun. Im Frühsommer geriet Jurist Ralph Weber in den Ruf, sich öffentlich rechtsextrem geäußert zu haben. Erst ein Jahr zuvor war der Experte für Arbeitsrecht von der Uni Rostock nach Greifswald gewechselt. Vor der Greifswalder Studentenverbindung Verein Deutscher Studenten soll er während eines Vortrags die Frage gestellt haben, ob die CDU konservativ genug sei und ob es nicht vielmehr 'eine neue Rechtspartei' brauche.

Die 'Ostsee-Zeitung' berichtete daraufhin, Weber plane die Gründung einer neuen rechten Partei und habe sich zu diesem Zweck bereits mit den Spitzen von NPD und DVU getroffen. Im gleichen Text behauptet die Zeitung, der Rechtsprofessor möge die Modemarke Thor Steinar, von der er auch ein Poster im Büro hängen habe.

Mit der neuen Hausordnung will die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald deshalb 'ein öffentliches Signal' setzen, dass man Rechtsextremismus ablehnt.

Quelle: spiegel.de
Bild: linksunten.indymedia.org

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