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Unpünktlichkeit: Wer zu spät kommt, den bestraft der Chef

Wer ständig zu spät zur Arbeit erscheint, läuft Gefahr, eine Kündigung zu kassieren. Daran ändert auch ein ärztliches Gutachten nichts, wonach man wegen eines psychischen Leidens nicht pünktlich sein zu kann.

So jedenfalls hat das Landesarbeitsgericht Thüringen geurteilt. In dem konkreten Fall war ein Mitarbeiter mehr als hundertmal zu spät zum Dienst erschienen. Sein Arbeitgeber sprach zunächst mündliche Ermahnungen aus, später folgten schriftliche Rügen und Abmahnungen.

Doch als selbst diese Sanktionen nicht fruchteten und der Beschäftigte sich erneut verspätete, reichte es dem Chef: Er kündigte dem Mitarbeiter fristlos. Dieser ging vor Gericht und legte ärztliche Bescheinigungen vor, die ihm ein psychisches Trauma attestierten. Dieses Trauma hindere ihn daran, den genauen Zeitpunkt seines Arbeitsantritts steuern zu können.

Die Landesrichter ließen das jedoch nicht gelten. Zwar dürfe dem Betroffenen nicht fristlos gekündigt werden, jedoch sei eine Entlassung zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist aber zulässig. Falls der Kläger sein Verhalten tatsächlich tatsächlich nicht steuern könne, sei das Arbeitsverhältnis schwer gestört. Denn ein reibungsloser Betriebsablauf sei auf diese Weise nicht möglich. Dem Arbeitgeber könne aus diesem Grund nicht zugemutet werden, den Kläger weiter zu beschäftigen.

Quellen: nwzonline.de, rp-online.de
Bild: Emo PUNK (Flickr)

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