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Urlaubsberechnung - Grundlage sind vertragliche Regelungen und Anwesenheitstage

Um in Erfahrung zu bringen, welchen Urlaubsanspruch man als Teilzeitbeschäftigter oder als Aushilfe hat, muss man eine Urlaubsberechnung durchführen. Zur Erhaltung seiner Leistungsfähigkeit muss sich jeder Arbeitnehmer einmal im Jahr erholen. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber einen Mindestanspruch festgeschrieben. Ein Anspruch der besteht und wahrgenommen werden muss. Grundlage der Urlaubsberechnung bildet die jeweils vertragliche Vereinbarung, wobei der Urlaub auch anteilig errechnet werden kann.

Betriebliche Urlaubsregelungen unterliegen dem Grundsatz der Gleichbehandlung

Ein Urlaubsanspruch gilt laut Urlaubsgesetz für den Arbeitnehmer in Teilzeit oder Vollzeittätigkeit ebenso wie für die Aushilfe oder den Praktikanten. Weitergehende betriebliche, einzelvertragliche und tarifliche Regelungen sehen für eine Vielzahl Beschäftigter einen Urlaub vor, der weit über den gesetzlichen Mindestanspruch hinausgeht.

Arbeitgeber müssen bei ihren Regelungen jeweils den Grundsatz der Gleichbehandlung wahren. So dürfen ältere und jüngere Arbeitnehmer keinen unterschiedlichen Urlaub erhalten, der sich lediglich auf Altersgründe stützt.

Hat ein Angestellter ein festes monatlich gleich bleibendes Gehalt, erhält er sein Gehalt wie bisher normal weiter. Erhält ein Arbeitnehmer hingegen ein leistungsabhängiges Gehalt (Akkordlohn, Provision) oder ihm werden unregelmäßige Zulagen gezahlt, wird zur Urlaubsberechnung noch die Feststellung der Urlaubsvergütung durchgeführt. Die Urlaubsvergütung orientiert sich dabei an dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, welcher in den vor dem Urlaubsbeginn liegenden 13 Wochen erzielt wurde.

Nach dem Urlaubsgesetz beträgt der bezahlte jährliche Mindesturlaub bei einer 6-Tage-Woche 24 Werktage. Das hat bei einer 5-Tage-Woche zur Folge, dass der gesetzliche Urlaubsanspruch umgerechnet zwanzig Arbeitstage beträgt. Wenn man die Urlaubsberechnung auf dieser Grundlage weiter führt, beträgt der Urlaub bei einer 4-Tage-Woche 16 Urlaubstage und bei einer 1-Tage-Woche 4 Tage.

Zu berücksichtigen ist bei dieser Darstellung, dass es bei der Urlaubsberechnung jeweils nur auf die tatsächlich gearbeiteten Tage ankommt. Jeder Tag Abwesenheit aus Krankheitsgründen oder persönlichen Gründen führt zu einer Verminderung des Urlaubsanspruchs und zu einer entsprechenden neuen Urlaubsberechnung.

Urlaubsanspruch verfällt bei dauerhafter Erkrankung nicht

Sowohl der Europäische Gerichtshof als auch das Bundesarbeitsgericht haben die Nichtverfallbarkeit von Urlaubsansprüchen auch im Falle einer dauerhaften Erkrankung festgestellt. Wenn dauerhaft erkrankte Arbeitnehmer einen rechtmäßigen Urlaub nicht bis zum Ablauf der Übertragungs- und Verfallsfristen nehmen können, verfällt dieser nicht.

Die fortdauernde Arbeitsunfähigkeit führt laut Rechtsprechung und Urlaubsrecht zur automatischen Übertragung des gesetzlich bestimmten Mindesturlaubs und verhindert so dessen Verfall. Dabei kommt es in den meisten Fällen nur zu einer Übertragung des gesetzlichen Mindesturlaubs von 24 Arbeitstagen (6-Tage-Arbeitswoche). Weitergehender tariflicher oder per Einzelvertrag vereinbarter Mehrurlaub verfällt demnach. Bei einer mehrjährigen Erkrankung läuft der Urlaubsanspruch weiter, mit Auswirkungen auf die Urlaubsberechnung und natürlich für den Arbeitgeber.

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