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Urlaubsplanung: Die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmer und Arbeitgeber

In vielen Büros und Betrieben werden Arbeitnehmer derzeit dazu aufgefordert, ihre Urlaubsplanung für 2010 einzureichen. Doch immer wieder kommt es dabei zu Zankereien unter den Kollegen, weil sich die gewünschten freien Tage überschneiden. Oft stellt sich dann die Frage, welche Rechte in Sachen Urlaub deutsche Angestellte eigentlich haben.

Urlaubsanspruch: Laut Gesetz stehen deutschen Arbeitnehmern mindestens 24 Werktage Urlaub zu. Doch da auch Samstage zu den Werktagen gerechnet werden, geht der Gesetzgeber von einer Sechs-Tage-Arbeitswoche aus. Hat ein Arbeitnehmer aber eine vertraglich vereinbarte Fünf-Tage-Woche, stehen ihm entsprechend nur 20 Arbeitstage zu. Als Faustregel gilt ein gesetzlicher Mindestanspruch auf vier freie Kalenderwochen. In den Arbeits- oder Tarifverträgen können aber natürlich auch mehr Urlaubstage vereinbart werden.

Auszahlung: Urlaubstage können in der Regel nicht ausgezahlt werden, sollten müssen abgefeiert werden. Eine Auszahlung ist nur dann möglich, wenn das Arbeitsverhältnis beendet wurde und der Urlaub deshalb nicht mehr gewährt werden kann.

Freie Wahl: Wann ein Arbeitnehmer Urlaub nehmen darf, entscheidet der Chef. Eine Selbstbeurlaubung des Arbeitnehmers ist nicht möglich, da die unerlaubte Abwesenheit eine Verletzung der Arbeitspflicht darstellt. Vielmehr muss er seine Urlaubsantrage beim Vorgesetzen beantragen. Und dieser muss laut Gesetz die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers berücksichtigen. Der Beschäftigte kann beispielsweise sogar verlangen, dass ihm der Urlaub im Anschluss an einen Reha-Aufenthalt gewährt wird.

Antragsfristen: ein Urlaubsantrag sollte möglichst frühzeitig gestellt werden. Eine gesetzliche Frist gibt es dafür aber nicht. Auch der Arbeitgeber ist bei der Entscheidung über den Urlaub nicht an eine Frist gebunden, sollte über den Urlaubsantraggrundsätzlich aber dennoch zügig entscheiden.

Widerrufrecht: Ist der Urlaub erst einmal erteilt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen, denn der Arbeitgeber darf einen bereits zugesagten Urlaub nicht widerrufen. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel: Hat der Arbeitnehmer den Urlaub noch nicht angetreten, ist ein Widerruf bei dringenden betrieblichen Erfordernissen zulässig. Allerdings muss dafür etwas wirklich Unvorhersehbares und Außergewöhnliches passiert sein. Zu viel Arbeit ist kein Grund für einen Widerruf. Hat der Arbeitnehmer seine Reise bereits gebucht, muss der Arbeitnehmer die Kosten erstatten.

Quelle: rp-online.de
Bild: Lars Plougmann (Flickr)

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