US-Arbeitgeber fordern Facebook-Passwörter & in Deutschland wird Netzrecherche betrieben

Jeder weiß, dass die Facebook-Wall für manche Personen-Gruppen tabu sind, so zum Beispiel für einige Familienangehörige, für viele Kollegen und sicherlich für den Chef. Party-Bilder, private Statusmeldungen und Co. müssen ja nun wirklich nicht zur Pausengestaltung der Personalleitung dienen, wie gut also, dass man in den Facebook-Einstellungen filtern kann, wer was sehen darf.

Man kann die Einstellungen auch so setzen, dass Unbekannte das Profil erst gar nicht finden bzw. einsehen können, was zum Beispiel im Falle eines Bewerbungsgespräches extrem praktisch ist. Denn mittlerweile weiß man, dass die Netzrecherche zu den vorliegenden Bewerbung an der Tagesordnung liegen, auch in Deutschland! 'Schauen wir doch mal, was Herr Mustermann so für Vorlieben hat und wie sein Privatleben ausschaut'... Potentielle Arbeitgeber schnüffeln gerne auf Facebook, Twitter und anderen Social Networks.

Laut IT-Branchenverband Bitkom recherchiert jedes zweite Unternehmen im Online-Leben der Bewerber. Dabei recherchiere ein Fünftel nur in berufsbezogenen Netzwerken (Xing, LinkedIn), während 19% der Unternehmen auch die privaten Netzwerke wie Facebook genauer unter die Lupe nehmen. Aber sind solche Recherchen nach deutschem Recht überhaupt erlaubt?

Nein! Zwar darf der potentielle Arbeitgeber in berufsbezogenen Netzwerken recherchieren, aber sicherlich nicht auf den privaten Networks. Problem hierbei: Kontrollieren kann man das als Bewerber natürlich nicht.

In den USA nimmt diese Netzrecherche mittlerweile unvorstellbare Dimensionen an: Hier verlangen die US-Arbeitgeber bei Einstellungsgesprächen einen uneingeschränkten Einblick in die Facebook-Profile der Bewerber oder gar die Passwörter.

Das passiert zum Beispiel in der Strafvollzugsbehörde im US-Bundesstaat Maryland. Wer im Strafvollzug arbeiten will, wird bis ins letzte Detail kontrolliert und muss sich das gefallen lassen. Während bis vor kurzem noch von den Bewerbern Nutzernamen und Facebook-Passwort verlangt wurde, wird man jetzt - nach Beschwerden der US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) - aufgefordert 'freiwillig' während des Bewerbungsgespräches auf die Facebook-Seite zu gehen und den Ansprechpartnern das private 'Online-Leben' zu zeigen.

Aus Angst, die Bewerbungsrunde nicht zu überstehen, verweigere sich kaum ein Bewerber dieser Prozedur, sagt Melissa Coretz Goemann von ACLU. Und das ist noch nicht alles! Auch US-Studenten, die sich ihr Studium über ein Sportstipendium finanzieren, werden an vielen Universitäten auf ihre Social-Network-Aktivitäten hin kontrolliert. An der Universität von North Carolina müssen die Sportstipendiaten zum Beispiel einen Trainer in ihre FB-Freundesliste aufnehmen und ihn für alle Aktivitäten freischalten, damit er alles mitlesen kann.

Bald soll dies aber nicht mehr möglich sein: Ein Gesetz soll es den Universitäten und bald auch den Unternehmen in den USA verbieten, die Zugangsdaten der Social-Networks-Konten abverlangen bzw. einsehen zu können.

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