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Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern: Warum Frauen immer noch weniger verdienen

Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland hat sich in den letzten drei Jahren nicht verringert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, war der Verdienstunterschied in den alten Bundesländern im vergangenen Jahr sogar noch größer als 2006 und 2007.

Insgesamt verdienen Frauen in Deutschland ein Viertel weniger als Männer. Während der durchschnittliche Bruttostundenlohn weiblicher Arbeitnehmer bei knapp 15 Euro liegt, erhalten die männlichen Kollegen 19,40 Euro. Noch drastischer als in der Gesamtbevölkerung fällt der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen aus. Das zeigen die jüngsten Daten des Soziooekonomischen Panels (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Während das Statistische Bundesamt in der Gesamtbevölkerung einen durchschnittlichen Verdienstunterschied von 23,2 Prozent zwischen Frauen und Männern feststellte, belegen die Daten des DIW, dass die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen sogar 28% beträgt.

Einen der Gründe für den niedrigeren Verdienst für Frauen sehen die DIW-Wissenschaftlerinnen Elke Holst und Anne Busch darin, dass Frauen und Männer in unterschiedlichen Berufen und Branchen tätig sind. 'Generell werden in frauendominierten Branchen schlechtere Verdienste erzielt - das gilt auch für Führungskräfte', erklärt Anne Busch. Dazu kommt, dass Frauen trotz oftmals besserer Ausbildung es nach wie vor sehr selten in die Führungsetagen der Wirtschaft schaffen. So berichtet das Statistische Bundesamt, dass der Anteil an weiblichen Führungskräften von 2006 bis 2009 fast unverändert geblieben ist.

Wie Elke Holst erklärt, sei ein großer Teil der Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern nicht durch messbare Indikatoren erklärbar. Vielmehr würden dabei gesellschaftliche und kulturelle Rahmenbedingungen wie etwa Stereotypen eine Rolle spielen, die oftmals zu Nachteilen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt führen.

Quelle: sueddeutsche.de, faz.net
Bild: Thommy Weiss, Rainer Sturm (Pixelio)

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