Excite

Von Beruf Banker: Vom soliden Geldwechsler zum flexiblen Finanzdienstleister

Früher galt die Ausbildung zum/zur Bankkaufmann/frau als solider und seriöser Beruf. Durch die Finanzkrise hat der Ruf gelitten. Aus den netten Geldwechslern von früher sind flexible Finanzdienstleister geworden.

Es ist noch gar nicht lange her, da galt die Banklehre als Garant für einen erfolgreichen Berufseinstieg mit guter Bezahlung. Doch kontinuierlicher Stellenabbau bei den Großbanken und zuletzt die Fehlinvestitionen mancher Kredithäuser hat das Image der Branche stark angekratzt. Dabei gehören die Banker nach wie vor zu den Berufsgruppen mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten: Nur knapp zwei Prozent sind es nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes in Berlin.

Wer eine Ausbildung in der Bank anstrebt, muss einige Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören vor allem gute bis sehr gute Noten, vor allem in Deutsch und Mathe. Die größten Chancen haben Abiturienten, doch erfreulicherweise hat sich der Anteil der Realschüler in den vergangenen Jahren erhöht. War die schriftliche Bewerbung erfolgreich, werden die Kandidaten in der Regel zu Einstellungstests oder Assessment-Centern eingeladen. Gesucht werden dabei sehr offene, kommunikative und selbstständige Bewerber. Geprüft werden diese Qualifikationen unter anderem in Rollenspielen, bei denen die Nachwuchsbanker zeigen müssen, wie sie mit einem aufgebrachten Kunden umgehen würden oder ob sie logisch argumentieren können.

Ein wichtiges Kriterium ist zudem die Teamfähigkeit. Da die Beratung des Kunden nicht immer aus einer Hand erfolgt, müssen angehende Bankkaufleute entscheiden können, wann sie einen Spezialisten aus dem eigenen Haus zu Rate ziehen. Auszahlungen und Überweisungen gehören zwar nach wie vor zu den Standard-Aufgaben, doch eine umfassende Finanzbetreuung des Kunden spielt eine immer wichtigere Rolle. Das sehen die Kunden bereits an der Ausstattung der Filialen, in denen es immer mehr Schreibtische und Sitzgruppen statt Glaskästen mit Kassen gibt.

Hat man die Ausbildung in der Tasche, ist in den nächsten drei Jahren Selbstständigkeit gefragt: Lerngruppen und Selbstlernprogramme ersetzen verstärkt die frühere Zuschauer- und Zuhörerrolle der Auszubildenden. Auch wird ihnen schon früh viel Handlungsfreiheit übertragen. So bekommen Lehrlinge bei der Postbank eine Projektarbeit, die sie eigenständig ausarbeiten und präsentieren müssen. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 2100 Euro brutto monatlich. Doch auch nach der Ausbildung hat das Lernen als Banker kein Ende. Viele Bankkaufleute entscheiden sich nach der Ausbildung für ein fortführendes Studium. Mit dem BankColleg der Volks- und Raiffeisenbanken kann man sich beispielsweise zum Bankfachwirt weiterbilden.

Quellen: spiegel.de, welt.de
Bild: Daniel Zimmel (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017