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Weihnachtsgeld: Viele Beschäftigte profitieren in diesem Jahr von Tariferhöhungen

Die gute Nachricht zuerst: Für Millionen Beschäftigte gibt es auch dieses Jahr wieder Weihnachtsgeld. Trotz Wirtschaftskrise und Umsatzrückgängen. Vor allem Arbeitnehmer in tarifgebundenen Betrieben dürfen sich freuen, denn ihnen winken sogar Erhöhungen - je nach Branche und Region zwischen 1,5 Prozent und 7,3 Prozent. Bei einem mittleren Einkommen entspricht das laut einer Erhebung des WSI- Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung etwa 16 Euro bis 117 Euro.

Die Beschäftigten profitierten beim Weihnachtsgeld von neuen Tarifabschlüssen. Die stärkste Erhöhung erhalten Mitarbeiter der chemischen Industrie in Ostdeutschland. Auch Mitarbeiter der Metallindustrie von Nordwürttemberg und Nordbaden können sich in diesem Jahr mehr Geschenke leisten: Sie bekommen 4,2 Prozent mehr Weihnachtsgeld.

Nun aber die schlechte Nachricht: Zu früh freuen dürfen sich auch die Beschäftigten mit Zuwächsen nicht. Wegen der Krise wird der Bonus nicht in allen Betrieben voll ausgezahlt. In vielen Tarifverträgen gibt es spezielle Klauseln, die in Krisenzeiten Abstriche bei Sonderzahlungen erlauben. Davon will etwa jeder zehnte Betrieb Gebrauch machen. Das ist auch erlaubt, denn einen gesetzlich verankerten Anspruch auf eine Weihnachts-Gratifikation gibt es nicht.

Unabhängig von Tariferhöhungen gibt es bestimmte Berufsgruppen, die beim Weihnachtsgeld nicht nur eine anteilige Summe, sondern ein volles 13. Monatsgehalt kassieren. Unfairerweise sind es ausgerechnet die Buhmänner des Jahres, die Spitzenreiter bei der Bemessungsgrundlage des Weihnachtsgeldes sind: Die Banker. Aber auch Beschäftigten der Süßwarenindustrie steht ein volles Monatsgehalt zu. Zudem werden in der westdeutschen Chemieindustrie sowie in der Druckindustrie immerhin 95 Prozent fällig. Im öffentlichen Dienst liegt das Weihnachtsgeld je nach Vergütungsgruppe zwischen 60 und 90 Prozent.

Einige Berufsgruppen bekommen gar keinen Bonus. Dazu gehören vielfach diejenigen, die ohnehin schon zu den Geringverdienern gehören, etwa Putzfrauen. Insgesamt gibt es beim Weihnachtsgeld in Deutschland immer noch ein starkes Gefälle.

Quelle: rp-online.de, welt.de
Bild: Deutsches Ärzteblatt

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