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Weiterbildung: Jeder zweite Arbeitnehmer investiert pro Jahr 1.000 Euro in Fortbildungsmaßnahmen

Lebenslanges Lernen in Form von regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen ist heute ein berufliches Muss. Doch leider sind entsprechende Angebote meist recht teuer.

Zu den direkten Kosten wie Teilnahme- und Prüfungsgebühren können zusätzlich Aufwendungen für Lern- und Arbeitsmittel, Fahrtkosten und Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung kommen. Glücklich schätzen sich jene Arbeitnehmer, deren Unternehmen die direkten Kosten komplett übernehmen.

Indirekte Weiterbildungskosten bleiben dagegen meist an den Teilnehmenden hängen. Dazu zählen unter anderem Einkommens- und Freizeitverluste, etwa wenn man für die Weiterbildung auf Nebentätigkeiten und bezahlte Überstunden verzichtet, die Arbeitszeit reduziert oder das Gelernte vor- und nachbereiten muss.

Einer Studie des Bundesinstituts für Berufliche Bildung (BIBB) zufolge liegen die selbst getragenen Kosten von Weiterbildungsteilnehmern durchschnittlich bei etwa 500 € pro Jahr. Allerdings fallen die Kosten individuell sehr unterschiedlich aus: Knapp die Hälfte nutzt kostenlose Weiterbildungsmaßnahmen im eigenen Betrieb wie z. B. Trainee-Programme, Coaching oder E-Learning- Angebote. Die andere Hälfte investiert für ihre Weiterbildung jährlich bis zu 1.000 €, in dem sie selbstorganisierte Lernhilfen wie Fachbücher und Lernsoftware kauft oder Tagungen, Fachmessen bzw. berufsspezifische Einzelseminare besucht. Eine kleine Minderheit von rund 5 Prozent wendet für Fernstudien oder Fachausbildungen bis zu 5.000 € auf.

Wenn eine Weiterbildungsmaßnahme für die weitere berufliche Karriere nötig ist oder eine drohende Arbeitslosigkeit zu verhindern hilft, fördern die Arbeitsagenturen die Maßnahme mit sogenannten 'Bildungsgutscheinen'. Dieser Gutschein kann innerhalb von drei Monaten bei einem zugelassenen Weiterbildungsträger eingelöst werden.

Auch Arbeitnehmer über 45 Jahre haben das Recht auf Weiterbildung und werden von der Arbeitsagentur im Rahmen der 'Initiative 50plus' unterstützt. Handelt es sich um eine Weiterbildung, die außerhalb des Unternehmens stattfindet und Kompetenzen vermittelt, die nicht nur auf den bisherigen Arbeitsplatz beschränkt sind, erstattet die Agentur die Kosten.

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Weiterbildungen können nach dem Einkommenssteuergesetz als Werbungskosten in Höhe von maximal 1.227 € pro Jahr steuerlich abgesetzt werden, sofern sie zum Kompetenzerwerb im ausgeübten Beruf notwendig sind.

Quelle: arbeits-abc.de
Bild: crosseye_marketing (Flickr)

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