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WM 2022 in Katar: Arbeit unter katastrophalen Bedingungen

Der Fußball-Weltverband FIFA und dessen Präsident Sepp Blatter sind seit längerem in der Kritik, weil die WM 2022 nach Katar vergeben wurde - dort herrschen neben einer großen Hitze, in der Sport nicht gerade gesund ist, auch Arbeitsbedingungen, die teilweise menschenverachtend sind! Vieles wird von dem Golfstaat zwar unter den Teppich gekehrt, aber Amnesty International hat mal genau hingeschaut.

Bei den Arbeitern im an sich reichen Staat Katar, handelt es sich zumeist um ausländische Hilfsarbeiter, etwa aus Nepal oder Indien. Sie seien schutz- und rechtelos, würden drangsaliert und ausgebeutet. "Viele ausländische Helfer erhalten oft monatelang kein Geld, werden aber trotzdem zur Arbeit gezwungen, indem man ihnen mit komplettem Lohnausfall oder Abschiebung droht", sagt Regina Spöttl dem Tagesspiegel. Sie ist die Katar-Expertin von Amnesty International.

Laut Schätzungen von AI seien 1,3 Millionen Arbeitsmigranten. Das entspräche 90 Prozent der Berufstätigen. Auf den Baustellen würden den Arbeiter aber nicht genügend Schutzhelme und Trinkwasser zur Verfügung gestellt. Die Bedingungen seien gesundheitsgefährdend bis hin zu lebensgefährlich. In einem etwa 170-seitigen Bericht seien die Zustände beschrieben, heißt es von Seiten von Amnesty International. 44 Arbeiter aus Nepal seien im Zeitraum Juli und August ums Leben gekommen.

Dazu seien die Gastarbeiter in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, teilweise leben 15 Menschen auf engstem Raum. Ordentliche sanitäre Anlagen seien die Ausnahme. Und wenn ein Arbeiter mal den Job wechseln oder gar das Land verlassen wollen, muss er erst die Genehmigung der Firma einholen, ein "Sponosrengesetz" schreibe dies vor. "Unternehmen haben damit umfassende Gewalt über die Arbeitnehmer", sagt Spöttl. Die Katar-Expertin fordert die FIFA und die WM-Organisatoren nun auf, mehr darauf zu achten, dass Menschenrechte eingehalten werden. Der Fußball-Weltverband versicherte aber, dass er dies tue und dies auch fester Bestandteil des Abkommens mit dem Staat Katar sei. Die Realität sieht aber wohl anders aus.

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