Excite

Zeitarbeit: Kein Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt

Das amerikanische Prinzip des 'Hire & Fire' hat in den letzten Jahren auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt Einzug gehalten. Weit mehr als 700.000 Menschen arbeiten nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Zeitarbeit.

Die befristet Beschäftigten kann man am schnellsten nach Hause schicken, wenn es wirtschaftlich gerade mal nicht so gut läuft. Das zeigte sich auch in der noch schwelenden Wirtschaftskrise. Die Zeitarbeiter haben deutlich mehr gelitten als die Stammbelegschaften und konnten sich als Erste ihre Papiere abholen. Inzwischen gibt es aber fast schon wieder so viele Leiharbeiter wie vor der Krise.

Obwohl die Bedingungen für Zeitarbeiter weitaus schlechter sind als für Festangestellte, wird das Heer der Aushilfskräfte immer größer. Viele Arbeitnehmer, die ihre reguläre Stelle während der Krise verloren haben, kehren nun als Leiharbeiter auf den Arbeitsmarkt zurück. Befürworter dieser Beschäftigungsform argumentieren gebetsmühlenartig, dass Arbeitslose über die Zeitarbeit wieder in den regulären Arbeitsmarkt zurückfinden. Doch die Realität sieht anders aus. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) schaffen nur sieben Prozent aller Zeitarbeiter innerhalb von zwei Jahren den Sprung auf den regulären Arbeitsmarkt.

Ganz und gar macht- und rechtlos stehen allerdings auch Zeitarbeiter nicht da. Grundsätzlich unterliegen auch sie dem allgemeinen Kündigungsschutz. Eine Kündigung ist demzufolge rechtlich nicht haltbar, wenn sie nicht aus personenbedingten, verhaltensbedingten oder betriebsbedingten Gründen erfolgt. Wer nach einer Kündigung oder dem Auslaufen des Zeitvertrags keinen neuen Einsatz zugewiesen bekommt, erhält zunächst weiterhin sein Gehalt. Zahlen muss dann die Verleihfirma, die als offizieller Arbeitgeber auch für die Zeiten haftet, in denen man nicht eingesetzt wird – das gilt übrigens auch im Krankheitsfall. Darüber hinaus ist das Zeitarbeitsunternehmen verpflichtet, die Sozialbeiträge für den Leiharbeiter abzuführen.

Quelle: bild.de
Bild: Stephan Mosel (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017